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Auf Initiative des polnischen Königs Sigismund III. unterzeichneten die orthodoxen Bischöfe Polen-Litauens 1596 einen Unionsvertrag mit der römisch-katholischen Kirche, die "Kirchenunion von Brest". Sie erkannten damit den Papst in Rom als Oberhaupt an, behielten aber ihre traditionelle Liturgie nach byzantinischem Ritus, ihre eigenständige kirchliche Hierarchie und den Julianische Kalender bei. Das war die Geburtsstunde der "Ukrainische griechisch-katholische Kirche" (ukr. Українська греко-католицька церква; auch Ukrainische katholische Kirche nach byzantinischem Ritus oder Kyiver katholische Kirche).

Damit sollten die Orthodoxen im Südosten Polen-Litauens den Katholiken gleichgestellt werden und die Ansprüche des 1589 gegründeten orthodoxen Moskauer Patriarchats abgewehrt.

Anderswo in Ostmitteleuropa gab es weitere derartige Unionen mit Rom, so 1646 die "Kirchenunion von Uschhorod", die schließlich zur Entstehung der "Ruthenischen griechisch-katholischen Kirche" (Ruthenische Kirche) führte; 1700 die von den Habsburgern geförderte Union in Siebenbürgen (Karlsburg, rumän. Alba Iulia, ung. Gyulafehérvár), die zur Gründung der "Rumänischen griechisch-katholischen Kirche" (rumän. Biserica Română Unită cu Roma, Greco-Catolică) führte usw.

1611 wurde für die in die kroatische Militärgrenze eingewanderten Walachen und Serben die unierte serbisch griechisch-katholische Eparchie Marča errichtet, die dann auf Betreiben "Kaiserin" Maria Theresias 1777 in das damals ruthenische Bistum Kreutz (kroat. Križevci, ung. Kőrös) umgewandelt wurde.

Mit der Gewinnung Ungarns, Siebenbürgens und Ostslawoniens 1699 ("Friede von Karlowitz") befanden sich also Millionen von Griechisch-Katholischen im habsburgischen Machtbereich, die sich auf mehrere unierte Kirchen aufgliederten und von seiten der Behörden und der katholischen Kirche voll anerkannt waren. Mit der Erwerbung Galiziens 1772 und der Bukowina 1775 vergrößerte sich die Zahl der Griechisch-Katholischen weiter. Fast alle Ruthenen, ein Teil der Rumänen und ein kleinerer Teil der Serben im Habsburgerreich waren griechisch-katholisch.

Mit der Erwerbung Galiziens 1772 kamen auch vermehrt griechisch-katholische Ruthenen nach Wien. "Kaiserin" Maria Theresia übergab nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 dessen Konviktgebäude St. Barbara in Wien der griechisch-katholischen Kirche als Priesterseminar. In diesem Seminar namens Barbareum sollte künftig die griechisch-katholische Priesterausbildung für den Osten der Monarchie stattfinden.

Aus diesem Barbareum entstand 1783 die erste unierte ukrainische Pfarre Wiens, die erste überhaupt außerhalb Galiziens, St. Barbara. Damit war die griechisch-katholischen Kirche auch im Kronland "Österreich unter der Enns" (Niederösterreich) anerkannt.

 

Griechisch-Katholische Zentralpfarre zu St. Barbara
Postgasse 8
1010 Wien
Tel.: +43-1-2836230 oder 2921487 oder +43-676-7441832
E-Post: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Matrikenbeginn: 1798/1795/1788

 

In Ostgalizien, der Karpatho-Ukraine, Nordsiebenbürgen und in Slawonien gab es bis zum Ende der Monarchie Millionen von Griechisch-Katholischen, organisiert in einem halben Dutzend von Kirchen und mit hunderten von Gemeinden. In den Nachfolgestaaten ab 1918/1919, z.B. in Polen, wurde teilweise großer Druck auf sie ausgeübt und während der kommunistischen Herrschaft ab 1939/1945 wurden fast alle diese griechisch-katholischen Kirchen verboten und schwer verfolgt. Trotzdem haben sie die kommunistische Zeit im Untergrund überstanden und sind seit der Wende von 1989/1991 wieder aufgeblüht.

 

PFARREN 1910:

1910 gab es in der österreichischen Reichshälfte 1878 griechisch-katholische Pfarren.

Aufgliederung nach Kronländern:
Galizien: 1858
Bukowina: 16
Dalmatien: 3
Niederösterreich: 1 (St. Barbara in Wien)

In den übrigen Kronländern gab es keine griechisch-katholische Pfarren.

(Quelle: Österreichisches Statistisches Handbuch 1913)

 

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