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Ab dem Jahr 2011 wurden die gedruckten Verlustlisten der österreichisch-ungarischen "Bewaffneten Macht" aus dem Ersten Weltkrieg bei ANNO und Kramerius eingestellt.
Es handelt sich dabei um 709 Hefte "Verlustlisten" (1914-1919), 11 Hefte "Ergänzungen und Berichtigungen" zu den Verlustlisten (1914-1915), 546 Hefte "Nachrichten über Verwundete und Kranke" (1914-1917), 4 Hefte "In Przemyśl Kriegsgefangene" (1915-1916) und 6 Hefte "Kriegsgefangene" (1916-1918), also insgesamt um 1276 Hefte.

Für jeweils 5 Hefte "Verlustlisten" gibt es ein Alphabetisches Register - insgesamt 141 Hefte (1914-1919)

Diese Hefte bestehen aus jeweils alphabethisch geordneten Listen der Offiziere und der Mannschaften, sowie Ergänzungen und Berichtigungen.

In diesen Heften sind schätzungsweise fünf Millionen Gefallene, Verwundete, Kranke und Kriegsgefangene aus sämtlichen Armeen der habsburgischen Donaumonarchie (k.u.k.-Armee, k.u.k.-Marine, k.k. Landwehr, k.u. Landwehr, k.s. Landwehr usw.) verzeichnet.

 

Schon bald gab es Vorschläge diese Quelle elektronisch zu erfassen.
Auf Grund unseres damals laufenden (und 2016 erfolgreich abgeschlossenen) Projekts "Wiener Zeitung" und des sehr großen Umfanges dieses Projektes, hat unsere Familia Austria damals beschlossen, hier einen anderen Weg einzuschlagen und folgende Planungsetappen vorgesehen.

Phase 1:
Wir haben mit dem Österreichischen Staatsarchiv Kontakt aufgenommen, unsere Pläne erklärt und um die Zurverfügungstellung einer Reihe der 709 Originalhefte dieser "Verlustlisten" gebeten.
Das wurde positiv beantwortet und wir ließen diese mehr als 38.000 Seiten in bestmöglicher Qualität (Auflösung) von einer Spezialfirma einscannen.

Phase 2:
Anschließend erstellten wir möglichst komplette Listen der vorkommenden Vornamen, Chargen (militärische Ränge), Truppenkörper (militärische Einheiten) usw. - jeweils hunderte bis tausende Begriffe.

Phase 3:
Mit Hilfe diesen Listen ließen wir die Scanns wieder von einer Spezialfima in Text umwandeln und die Qualität dieser Übertragung immer weiter verfeinern.

Phase 4:
Da die kriegsbedingte Druckqualität der Hefte (minderwertiges Papier, schadhafte Typen, zu wenig Fachpersonal usw.) oft problematisch ist, haben wir die korrekte Zeilentrennung mittels eines eigens dafür entwickelten Programms "händisch" durchgeführt.

Phase 5:
Die manuelle Durchsicht der Datensätze um OCR-Übertragungsfehler auszubessern.

Knapp bevor Phase 5 beginnen konnte, wurden wir dadurch überrascht, daß zwei weitere Gruppen (eine um einen österreichischen Berufsgenealogen und der Verein für Computergenealogie in Deutschland) kurz hintereinander damit begonnen haben, diese 709 Verlustlisten komplett händisch abzuschreiben.

Der Verein für Computergenealogie (Compgen) hat daraufhin zur Zusammenarbeit eingeladen und wir haben betont, daß wir zur Kooperation bereit sind und uns mit jeder anderen Gruppe gerne zusammensetzen, um die Projekte zusammenzulegen und so sinnlose Doppelarbeit zu vermeiden.
Die EDV-Wissenden beider Gruppen haben lange beraten und schließlich eine Lösung gefunden. Der Berufsgenealoge hat dagegen leider bisher nicht geantwortet.

Die Lösung sieht nun so aus, daß wir unseren Bearbeitungsstand der Listen an Compgen übermitteln und dieser folgende weitere Bearbeitungsschritte setzt:

- Zerlegung des Fließtextes in die einzelnen Felder
- möglichst genaue Positionierung der Daten auf dem Scan
- listenweises Einspielen der Daten in die DES-Erfassungsoberfläche unter steter Erweiterung der Vorkommenslisten
- die Weiterentwicklung und Bereitstellung des Daten-Eingabe-Systems DES
- die laufende Betreuung der Mitarbeiter während der Erfassungsphase. 
- die laufende Qualitätskontrolle, Fehlerkorrektur
 
Im Erfassungsystem DES werden die für OCR unlesbaren Begriffe nun gemeinsam, unter Mitarbeit möglichst vieler Forscher aller beteiligten Gruppen, ergänzt. Dazu ist das von Compgen entwickelte DES-System sehr gut geeignet.

Mit diesem System, einzelne Informationen zu ergänzen bzw. richtigzustellen, sparen wir gegenüber dem vollständigen Erfassen mindestens 50% der Zeit, bzw. kommen doppelt so rasch vorwärts.

Wir freuen uns, daß auch unsere befreundeten Vereine Arbeitskreis donauschwäbischer Familienforscher e.V. (AKdFF) und Arbeitskreis ungarndeutscher Familienforscher e. V. (AKuFF), dankenswerterweise initiiert von Herrn Dr. Günter Junkers, Mitglied bei Familia Austria, Compgen, AKdFF und AKuFF, mit dabei sind, ebenso die Oberösterreichische Landesbibliothek.
Weitere Vereine und Gruppen sind herzlich eingeladen sich ebenfalls zu beteiligen.

Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit, seit dem 14. November 2017 immerhin schon ca. 60.000 Datensätze zusätzlich zu den bis Mitte November 2017 bereits von Compgen, AKdFF und AKuFF erfaßten rund 240.000 Datensätzen, sind schon jetzt unter http://des.genealogy.net/ou1wk/search/index bei Compgen kostenlos und ohne Zugangskennwort abrufbar.
Sie werden künftig auch in einer eigenen Datenbank auf unserer Netzseite bei Familia Austria abrufbar sein, frei und ohne Zugangskennwort.

Wir erfassen diese Daten übrigens völlig orginalgetreu, also mit allen Sonderzeichen (diakritischen Zeichen) aller Alphabethe der alten Donaumonarchie, um auch eine spätere wissenschaftliche Auswertbarkeit zu ermöglichen.

Diese Phase 5 per DES wurde nun am 13. November 2017 gestartet und seither wächst diese Datenbank, trotz der noch relativ kleinen Mitarbeiterschar, täglich schon um ca. 2000 Datensätze an.
Hier finden Sie die jeweils aktuelle Projektstatistik: http://des.genealogy.net/ou1wk/statistics/index
Je mehr Mitarbeiter, desto schneller wird es vorwärtsgehen.

Wir laden daher Sie liebe Forscherinnen und Forscher ein, sich an dieser vollständigen Erschließung der Österreichisch-Ungarischen Verlustlisten zu beteiligen.
Die Mitarbeit ist denkbar einfach. Man benötigt lediglich einen Internet-Zugang, muß sich einmalig bei DES anmelden und kann die Arbeit jederzeit unterbrechen.

Weitere Informationen finden Sie hier:
http://www.verlustlisten.at

Die Bedienungsanleitung http://docs.genealogy.net/des/ ist sowohl in deutsch und englisch als auch in ungarischer Sprache zu lesen.

Wir wissen, dass diese Erfassung ein riesiges Projekt mit vermutlich ca. 3 Millionen Datensätzen ist, aber wir sind sicher, dass wir es "Manibus Unitis" (Wahlspruch von Familia Austria) schaffen werden.

 

Kronlandsverteilung beim Erfassungsstand von 283.280 Datensätzen (1. Dezember 2017):

58.952 Ungarn
26.586 Böhmen
17.785 Galizien
  9.730 Mähren
  8.224 Niederösterreich (hier gehörte Wien dazu)
  5.371 Kroatien (teilweise bei Slavonien enthalten)
  4.943 Oberösterreich
  4.232 Tirol
  3.611 Steiermark
  3.515 Slavonien (Teil von Kroatien)
  3.179 Bosnien
  2.838 Österreichisch Schlesien
  2.015 Dalmatien
  1.354 Bukowina
  1.290 Krain
  1.140 Salzburg
  1.038 Kärnten
     764 Küstenland (Istrien, Görz und Gradisca, Triest)
     485 Vorarlberg
     414 Istrien (oft in Küstenland enthalten, hier auch manche Triestiner)
     268 Herzegowina
         6 Görz und Gradisca (meistens in Küstenland enthalten)

Beim Rest ist kein Kronland angegeben, bei einigen nur Österreich und es sind auch einige Ausländer (Reichsdeutsche) enthalten.