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St. Pölten, 9. Juni 1939 - Mistelbach, 23. Jänner 2013

Herr Ing. Dietmar Ullmann, dessen Vorfahren aus Niederösterreich stammten, wurde am 9. Juni 1939, also knapp vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs als zweites Kind von Herbert und Karoline Ullmann in St. Pölten in Niederösterreich geboren und wuchs mit einer älteren Schwester Gerlinde und einem jüngeren Bruder Wolf auf. Sein Vater war Molkereileiter in verschiedenen Orten in Niederösterreich und im Burgenland und so lebte die Familie im Waldviertel in Niederösterreich, in Güssing im Südburgenland und schließlich in St. Valentin.

Nach Volks- und Hauptschule in Waldkirchen und in Kautzen (im Waldviertel) besuchte Herr Ullmann die Baufachschule in Linz bzw. Krems, wo er 1959 auch die Matura ablegte.

Danach ging er nach Wien um an der Technischen Universität Wien Architektur zu studieren. Sein Studium war schon sehr weit gediehen, da verlor ein Assistent seine Arbeit, an der er monatelang gearbeitet hatte, und so mußte Herr Ullmann letztlich - ohne eigenes Verschulden - ohne Abschluß von der Uni abgehen.

Er fand, dank seiner Kenntnisse, rasch Arbeit als technischer Zeichner (Bauzeichner) und übte diesen Beruf bis zur Pensionierung.

Die Natur hatte ihn mit einer besonderen Gabe bedacht, er konnte nämlich Rutengehen, also Wasseradern mittels Ruten aufspüren. Er liebte die Natur und zeigte sie auch gerne seinen Enkeln.

Am 25. Mai 1979, also fast 40jährig, heiratete er in Wien-Hietzing Frau Trude Janik.
Eine erwachsene Tochter bekam er gleich dazu. 1982 wurde er Schwiegervater und 1984 Großvater.

Anfang der 1990 Jahre machte Herr Ing. Ullmann nebenberuflich noch eine Zimmermannsausbildung und legte 1992 die Meisterprüfung dafür erfolgreich ab.

Seinen Zweitwohnsitz in Kautzen (Niederösterreich), das Haus seiner Großeltern, baute er jahrelang mit viel Fleiß und Geduld um. 1996 kaufte er ein altes renovierungsbedürftiges Haus in Prottes (ebenfalls Niederösterreich) und bauten auch dieses komplett um. Das Ehepaar Ullmann fühlte sich in Prottes sehr wohl und nahm auch an den geselligen Veranstaltungen im Ort gerne teil.

Herr Ing. Ullmann war immer arbeitsam, verläßlich und hilfsbereit, und immer für seine Familie da.

Seit seiner Pensionierung 2004 widmete er sich neben der Familie auch der Ahnenforschung, die er sich mit viel Leidenschaft und Ausdauer betrieb. 

Er war ein Spezialist für die alten Kartenwerke (Landesaufnahmen) der österreichischen - ungarischen Monarchie und hat besonders auf diesem Gebiet vielen Forschungskollegen mit Rat und Tat geholfen, u.a. auch über die genealogischen Mail-Listen.

Bei unserem Wiener Zeitungs-Projekt war er praktisch von Anfang an (Dezember 2007) mit dabei und hat 11 WZ-Monate mit insgesamt 14.168 Datensätzen erfaßt. Geschichte des WZ-Projekts

Er war auch eines der ersten Mitglieder unserer Familia Austria (Mitglied Nr. 21), ging stets verläßlich mit uns durch die schwierige Anfangszeit voller anonymer Angriffe, nahm an vielen unserer Stammtisch- und Familia-Veranstaltungen teil und war ein liebenswürdiger, kompetenter und bescheidener Kollege.

Am 23. Jänner 2013 ist er nach kurzer Krankheit in Krankenhaus Mistelbach verstorben.

Wir werden ihm und seinem Werk ein ehrendes Angedenken bewahren.

 

Günter Ofner, Wien im Juli 2015